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"Schaffe, schaffe, Häusle bauen": Kann ich mir meine Wunschimmobilie leisten?

02.02.2021

Wer seinen Traum vom Haus oder der Eigentumswohnung verwirklichen möchte, stellt sich zuerst die Frage: „Kann ich mir das leisten“? Um realistisch einschätzen zu können, wie viel deine Wunschimmobilie kosten darf, ist ein ehrlicher Kassensturz notwendig. Dieser zeigt auf, wie viel Geld im Monat übrig bleibt, um einen Kredit zu bedienen.

Dank derzeit niedriger Zinsen ist ein Haus- oder Wohnungskauf besonders attraktiv. Da der Kaufinteressent jedoch nicht alle Kosten für den Immobilienkauf sofort aufbringen kann, benötigt der Käufer in der Regel einen Kredit, der über mehrere Jahre getilgt wird.

Kassensturz: Ermittle deinen finanziellen Spielraum

Welche Einnahmen und Ausgaben hast du monatlich, aber auch vierteljährlich oder jährlich? Kalkuliere nicht nur größere Posten wie z.B. Miete, Versicherungen und eine eventuelle Autofinanzierung ein, sondern auch geringere Ausgaben wie z.B. Kabel- und Rundfunkgebühren, die Handyrechnung, das Netflix Abo, Restaurantbesuche und den Musikunterricht der Kinder. Denn nur wer einen realistischen Überblick über seine tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben hat, kann abschätzen welche monatlichen Raten für ein künftiges Darlehen übrig sind.

Die derzeitige Miete als künftige Darlehensrate?

Kaufinteressenten, die in Miete wohnen, nehmen oft ihre derzeitige Warmmiete als Anhaltspunkt für ihre künftige Zins-Tilgungsrate der Baufinanzierung. Doch vergiss dabei nicht, dass künftig du für den Unterhalt des Hauses oder der Wohnung zuständig bist. In den eigenen vier Wänden geht jede Reparatur und jede Ausgabe für z.B. Wasser und Wärme und jegliche Reparaturkosten auf deine eigene Rechnung. Als Faustformel für laufende Nebenkosten und Instandhaltung gelten pro Monat zwischen 2,50 bis 3 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Kaufpreisnebenkosten nicht unterschätzen

Mit der Zahlung des reinen Kaufpreises der Immobilie ist es leider nicht getan. Bei einem Immobilienkauf entstehen dem Käufer weitere Kosten, wie z.B. Notargebühren (ca. 2% vom Kaufpreis), die Grunderwerbsteuer (5% vom Kaufpreis in Baden-Württemberg) und eine mögliche Provision für den Immobilienmakler (in der Regel 3,57% vom Kaufpreis).

Sparfüchse: Ran an den Speck

Nicht nur das monatliche Einkommen, sondern auch das Ersparte ist ein zentraler Baustein einer Immobilienfinanzierung. Doch wie viel sollte man auf der hohen Kante haben? Als Faustregel gilt: Rechne mit mindestens 7 - 12 Prozent des Kaufpreises, sodass du die eben genannten Kaufpreisnebenkosten aus eigener Tasche begleichen kannst. Darüber hinaus gilt: Je mehr Eigenkapital in den Immobilienkauf fließt, desto günstiger und sicherer wird deine Baufinanzierung in der Regel.

So viel darf deine Immobilie kosten

Die maximale Finanzierbarkeit kann mit folgender Formel errechnet werden:

monatliche finanzielle Belastbarkeit x 12 Monate x 100
Zinssatz (in Prozent) + Tilgung (in Prozent)
= Darlehensbetrag + Eigenkapital – Kaufnebenkosten


Was übrig bleibt, ist der ungefähre Betrag, den du für deine Wunschimmobilie aufwenden kannst.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Eine Immobilienfinanzierung ist eine langfristige Angelegenheit. Die Zukunft kann alles Mögliche bringen: ein unerwarteter Kinderwunsch, der Wunsch nach mehr Freizeit, eine Trennung vom Partner oder gar ein Jobverlust. Jene Faktoren können deine gesamte Planung auf den Kopf stellen. Weil sich die Zukunft aber zum Glück nicht vorhersehen lässt, bleibt künftigen Immobilienbesitzern nur eins: Plane dein Vorhaben und deine finanzielle Lage durch, ohne dabei durch die rosarote Brille zu sehen.


Kategorie: Immobilienfinanzierung • Schlagworte: Altersvorsorge, Geldanlage, Immobilienfinanzierung, Kredite, Kreditvergleich
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