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Gender Pension Gap: Frauen erhalten 26 Prozent weniger Rente als Männer

15.04.2021

Es bringt nichts die Augen davor zu verschließen. Fakt ist: Frauen droht eine viel größere Rentenlücke als Männern. Also Augen auf, die Fakten checken und handeln.

Man will es nicht wahrhaben. Immer mal wieder hört man davon, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer, aber am Ende eines Jahres stellt Frau wieder fest, nichts dagegen getan zu haben. Wer im Alter aber nicht geschockt aus der Wäsche schauen möchte, sollte sich mit den Fakten beschäftigen.

Und Fakt ist, dass Frauen laut aktueller Studie rund 26 Prozent weniger an gesetzlicher Rente vom Staat erhalten als ihre männlichen Kollegen.

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass eine Frau, die mit 67 Jahren in Rente geht, nach aktueller Berechnung durchschnittlich 140 Euro weniger Rente erhält als ein Mann. Bei diesem Beispiel geht man davon aus, dass diese Frau die gesetzliche Rente nur für 15 Jahre bezieht. Sie wird also nicht älter als 82 Jahre! Dementsprechend fehlen der Frau insgesamt 25.000 Euro im Vergleich zu einem Mann.

Bei diesem Beispiel ist die allgemeine Versorgungslücke, durch die gesetzliche Rentenversicherung, welche beide Geschlechter gleichermaßen betrifft noch gar nicht eingerechnet.

Die Rentenlücke von Frauen, also der sogenannte „Gender Pension Gap“, eröffnet sich ab dem Alter von 35 Jahren. Bis zum Alter von 35 Jahren ergeben sich kaum Unterschiede. Denn bis zu diesem Zeitpunkt arbeiten Frauen und Männer meist im selben Umfang. Ab 35 Jahren eröffnet sich dann die Schere, dass Männer deutlich mehr Rentenpunkte erwerben als Frauen und folglich später auch höhere Rentenzahlungen erwarten können.

Der wahrscheinlichste Grund für die Eröffnung dieser Lücke ist, dass die meisten Paare in dieser Zeit eine Familie gründen. In Deutschland reduzieren Frauen ihre Arbeitszeiten nach der Geburt eines Kindes erheblich. Die darauffolgende Teilzeittätigkeit oder noch viel schlimmer die Minijobanstellung hat zur Folge, dass Frauen nicht nur weniger verdienen, sondern auch wesentlich weniger Rentenpunkte erwerben, als Männer die in jener Zeit in Vollzeit beschäftigt sind. Und genau das hat drastische Folgen für ihre Finanzen und ihre spätere Rente. In älteren Altersgruppen pflegen Frauen viel häufiger ihre Angehörigen. Außerdem schneiden Frauen in Gehaltsverhandlungen schlechter ab als ihre männlichen Kollegen.

Nun bringt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und sich selbst zu bemitleiden. Deshalb gilt es in Lösungen zu denken:

Ein Bewusstsein für die eigene finanzielle Situation schaffen

Wichtig ist, sich seine Rentenberechnung bewusst zu machen. Das heißt: Heute weniger arbeiten und damit weniger verdienen, bedeutet morgen weniger Rente zu erhalten. Mamas die ihre Karriere nach der Geburt ihres Kindes unterbrechen oder die Arbeitszeit reduzieren, kommen nie wieder an das Einkommen von kinderlosen Frauen oder Männern heran. Das gilt es sich bewusst zu machen und dementsprechend zu handeln.

Arbeitsteilung und Kompensation offen besprechen

Bei den meisten Paaren ist es selbstverständlich, dass sich die Frau um die Kinder, die Pflege von Angehörigen und natürlich auch um den Haushalt kümmert. So weit so gut. Wichtig dabei ist, mit dem Partner über den damit verbundenen Verdienst-Ausfall und die daraus resultierende Verringerung der späteren Rente zu sprechen und wie man diese kompensieren kann.

Schließen der Rentenlücke – je früher desto leichter

Zum Schließen der Rentenlücke ist es sinnvoll möglichst früh mit Rentenvorsorge zu beginnen. Hier ein kleines Beispiel.

Eine 35 Jahre alte Frau müsste bei einer Rendite von 3 Prozent (einen Mischfonds vorausgesetzt) und einer angenommenen Inflationsrate von 1,5 Prozent monatlich 64 Euro privat aufwenden um die gesetzliche Rentenlücke zu schließen. Geht man von einer zu erwartenden Rendite von 5 Prozent aus (einen Aktienfonds vorausgesetzt), müsste die 35-jährige 45 Euro monatlich aufwenden.

Wartet die Frau mit den Rentenvorsorge bis Sie 40 Jahre alt ist, müsste Sie angesichts gleicher Voraussetzungen wie im eben genannten Beispiel, bei einer Rendite von 3 Prozent, bereits 77 Euro, bei einer Rendite von 5 Prozent, 57 Euro monatlich zusätzlich zurücklegen.

Im Alter von 50 Jahren müssen monatlich dann bereits 124 Euro beziehungsweise mindestens 105 Euro gezahlt werden und dass nur um die gesetzliche Rentenlücke auszugleichen.

Es zeigt sich anhand des Beispiels der Studie wieder, dass es Sinn macht möglichst früh mit der Rentenvorsorge zu beginnen, damit die aufzuwendenden Beträge erträglich bleiben.

Um die Rentenlücke zu schließen oder zumindest zu verkleinern bieten sich die unterschiedlichsten Produkte zum langfristigen Vermögensaufbau an. Seien es fondsgebundene Rentenversicherungen, Fondssparpläne in ETF- und oder Aktienfonds, Aktien, Tages- oder Festgelder: Es gilt die jeweiligen Vor- und Nachteile der Produkte abzuwägen und individuell für sich zu entscheiden, welcher Altersvorsorgemix zu einem passt.

Die Studienergebnisse belegen jedenfalls erneut, dass eine Altersvorsorge alternativlos ist.


Kategorie: Versicherung • Schlagworte: Altersvorsorge, betriebliche Altersvorsorge, Geldanlage, Riester-Rente, Rürup-Rente
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